Zur Erinnerung: Die folgenden acht Starter sind mit uns in den Pizza-Vergleichstest gegangen
Dr. Oetker „Ristorante 4 stagioni“
Käfer „Salame Picante“
Wagner „Chicken“
Gut & Günstig „Tomate-Mozzarella“
Dr. Oetker „Ofenfrische – Peperoni-Salami“
Käfer „Prosciutto-Rucola“
Dr. Oetker „Ofenfrische – Schinken-Chili“
Wagner „Big Pizza Supreme“
Bewertet wurde in 14 unterschiedlichen Kategorien. Alle Noten (Schulnotensystem: 1=sehr gut, 6=mieserabel) wurden in gleicher Gewichtung zu einer Gesamtnote erhoben. Neben dem Geschmack der Produkte direkt nach Zubereitung spielte es dabei natürlich auch eine Rolle, wie schmackhaft sich eine Pizza in ausgekühltem Zustand präsentierte. Denn wer im Büro wenig Zeit hat, muss ja schließlich oft mit kalter Pizza Vorlieb nehmen. Dann isst natürlich auch der Name mit und aus Marketing-strategischer Sicht darf auch die Anmutung der Verpackung nicht ungeachtet bleiben. Die rein wirtschaftlichen Parameter (Kosten, Größe) sind ebenso in die Bewertung eingeflossen, wie die Pragmatischen (z.B. Dauer der Zubereitung), der Geruch oder die Verdauungsverträglichkeit. Schließlich möchte niemand nach dem Pizzakonsum mit verrenktem Magen nahezu arbeitsunfähig im Büro vor dem Bildschirm sitzen.
And the awards go to...
„She’s got the look“ – Die am appetitlichsten aussehenden Pizzen im gefrorenen Zustand waren nach einhelliger Meinung der Harvard-Tester die beiden „Ofenfrischen“ von Dr. Oetker.
„Best Name Award“ – „Käfer“ steht für Feinkost, beste Zutaten, hohe Qualität und eine große Tradition im Lebensmittel-Segment. Was gibt es also besseres, als eine Pizza mit diesem Label auf den Markt zu bringen? Harvards Tester fanden den Namen top. Schön wurde zudem auch die stringent italienischen Produktbezeichnungen („Salame“) empfunden. Ob der Name hält, was er verspricht, das verrät diese Kategorie freilich noch nicht…
„Best Design“ – Das Auge isst nicht nur bei der Pizza selbst mit. Die Anmutung der Verpackung spielt bei der Kaufentscheidung bereits eine gewichtige Rolle. Auch hier landen die Käfer Produkte, allen voran die Käfer Prosciutto-Rucola, erneut auf den Top-Plätzen. Eine übersichtlich gestaltete Schachtel mit schönen Design-Elementen, ansprechenden Zutaten und einem Gesamt-Look der von der langen Markentradition erzählt. So macht man potenziellen Käufern schon im Laden den Mund wässrig. Negativ aufgefallen sind uns lieblos angebrachte Zubereitungshinweise und plakative Gewinnspiele auf den Verpackungsrückseiten. Weg damit!
„Availability“ – Lust auf die Lieblingspizza, aber im Supermarkt ist schon wieder das Regal leer geräubert? Am seltensten passiert einem das nach Meinung beziehungsweise Erfahrung des Testgremiums mit der Ristorante von Dr. Oetker. Punktabzug für die Käferprodukte und die „Gut & Günstig“-Pizza: Sie sind leider nicht überall erhältlich oder aber gerne mal vergriffen.
„Speedy Gonzalez“ – Wenn’s mal wieder schnell gehen muss… Während die Hersteller ihren Pizzen gerne schon nach 8 bis 15 Minuten Gaumenfreundlichkeit zusprechen, zeigt der Praxistest, dass die meisten Testexemplare trotz Umluft und vorgeheiztem Ofen selten unter 20 Minuten Zubereitungszeit liegen. Die beste Benotung erhielt hier die Käfer Salame: Nach knapp über 20 Minuten war sie verzehrbereit. Zeitlich konnte das nur die Big Pizza Supreme toppen. Sie hatte bereits nach 15 Minuten einen sommerlichen Teint. Am längsten mussten die hungrigen Probanden-Mägen auf die Oetker-Produkte warten (zw. 25 und 30 Minuten) – kleiner Punktabzug.
„Pure Size Winner“ – Die Größe ist nicht alles? Manchmal eben doch. Die meiste Masse brachten mit je 410g Nettogewicht die Big Pizza Supreme sowie die beiden Käfer-Modelle auf den Tisch. Wagner Chicken (350g) und die Gut&Günstig-Pizza (335g) fielen bei fast gleichem Preis am schmächtigsten aus.
„Carbster - On your hips“ – Mit knapp 1.000 kCal waren die „Schwergewichte“ im Test - die Käfer Salame und die Big Pizza Supreme gleichzeitig auch die Kalorienbomben im Testfeld. Mit 732 kCal stellte Wagner mit der Chicken-Pizza die „leichteste“ Versuchung.
„Cat nap“ – Im Büro ein Mittagsschläfchen? Wer nicht Homer Simpson heißt, wird auf diese Gelegenheit seinen knarzend-vollen Magen zu entspannen, verzichten müssen. Die Anforderung an eine ideale Büro-Pizza lautet daher: Satt machen, aber nicht wie ein Stein im Magen liegen! Den besten Wert erzielte in diesem Wertungsabschnitt die Ristorante von Dr. Oetker. Sie macht satt, aber nicht voll. Ganz anders die Big Pizza Supreme. Wer zu diesem Modell greift, der sollte am besten ein Feldbett oder eine Isomatte griffbereit haben, denn ohne Nickerchen geht nach dem Konsum dieser Wuchtbrumme nichts mehr.
„Budget Award“ – Nicht nur das Auge isst mit, hin und wieder sitzt auch der Geldbeutel mit am Tisch. Mit Ausnahme der Ofenfrischen (EUR 2,59 – dafür ist aber auch das Backpapier schon dabei!) lagen alle Pizzen im Vergleichstest bei EUR 2,49. Einziger Ausreißer: Die Gut & Günstig-Pizza darf man schon für unschlagbare EUR 1,39 sein Eigen nennen. Ein echter Kampfpreis!
Die Königs-Diziplinen:
„Nostril Hero“ – Wie in der Liebe muss man auch eine gute Pizza nicht nur optisch gut finden, man muss sie auch „riechen können“. Den Top-Wert erzielte hier die Käfer Salame, die die geschulten HPR-Testernäschen einstimmig verzauberte.
„Big Taste“ – Die wichtigste aller Disziplinen! Wie intensiv können einzelne Zutaten herausgeschmeckt werden? Schmeckt die Pizza nach dem Karton, in dem sie eingepackt war, oder trifft das Steinofen-Aroma, das auf der Verpackung versprochen wurde auch tatsächlich zu? Die besten Geschmacksnoten im Testfeld sicherten sich die beiden Ofenfrischen von Dr. Oetker, gefolgt von Käfers Salame. Hier stimmt von der Festigkeit und Dicke des Teigs bis über den Geschmack der Beilagen einfach alles. Hmmmm, lecker.
„Time Warp“ – Eine Top-Pizza kann es sich nicht aussuchen, wann sie gegessen wird. Wer viele Calls oder Meetings hat, muss sein Festmahl oft unterbrechen und kommt meist erst dann wieder zum Essen, wenn die Pizza längst kalt ist. Eine Qualitätspizza lässt sich davon aber nicht beirren und schmeckt auch am nächsten Tag noch wie gerade erst aus dem Karton geschlüpft. HPR hat vor dem Kalt-Test nicht zurückgescheut. Das Ergebnis ist ein Plädoyer für alle drei Dr. Oetker Produkte im Testfeld! Sowohl die Ristorante als auch die beiden Ofenfrischen waren nach 45 Minuten Erkaltung noch guten Gewissens essbar. Alle drei überzeugten auch kalt durch Top-Geschmack, gute Konsistenz und kaum Fettbildung! Respekt!
Fazit:
Der Fertigpizzamarkt hat für jeden Pizza-Anspruch das geeignete Produkt. Preisfüchse, die gewillt sind, bei Geschmack und Optik leichte Abstriche zu machen, greifen zu preisbewussten Produkten wie Gut&Günstig. Wer nach amerikanischem Vorbild möglichst schnell möglichst satt werden will und die Geschmacksnerven dabei kurzzeitig auf Stand-by schalten kann, für den ist die Big Pizza Supreme die Top-Wahl.
Für unsere Harvard-Tester Oliver Sturz, Alexander Fuchs, Alexander Siegmund, Mayko Cyprich, Simone Wenzel, Mark Merkle und Robert Klein, kommt der Sieger des Harvard-Pizzatests aus dem Hause Oetker. Bei den Ofenfrischen stimmen Geschmack, Preis, Verfügbarkeit, Optik und Geruch. Notenmäßig nur eine Nuance dahinter: Die Käfer-Produkte sowie die Ristorante von Dr. Oetker.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, weil es sein kann, dass er die Pizza erst dann genießen kann, wenn sie kalt ist, sollte auf jeden Fall zu den Dr. Oetker Produkten greifen, denn sie schmecken auch kalt noch gut. Alle mit großem Hunger sind bei Käfer gut aufgehoben, denn mengentechnisch bietet die Edelmarke ein kleines bisschen mehr (410 vs. 400 Gramm).
Unser Feld-Experiment in der Harvard-Küche hat den Trend hin zu Fertig- oder Conveniance-Produkten bestätigt – trotz des omnipräsenten Einflusses großer Kochvirtuosen in den Medien wird in erster Linie aus Zeitgründen häufig auf Fertigprodukte zurückgegriffen. Die Fertigpizza zählt dabei nicht nur bei Junggesellen zu den absoluten Favoriten aus dem Kühlregal. Unser Pizzatest hilft, im Fertigpizzadschungel den Überblick zu behalten und gibt praktische Hinweise bei der Pizzawahl. In diesem Sinne: Das Runde – egal mit welchem Belag – muss ins Eckige (am besten vorgeheizt!). Guten Appetit wünscht das Harvard-Team!