Die Vuvuzelas sind in aller Munde, vor allem der nimmermüden Fans in den südafrikanischen Stadien. Seit dem ersten Spiel sorgen sie für einen monotonen, ja nervtötenden Klangteppich, der live in die Public-Viewing-Treffs und Wohnzimmer in aller Welt übertragen wird. Im Internet gibt es bereits Vuvuzela-Filter, auf Facebook wurden schon erste Anti-Vuvuzela-Gruppen gegründet, doch getrötet wird weiter.
Dass damit auch etwas wie ein typisches Soundlogo der WM 2010 entstanden ist, bestätigt "Soundprofessor" Carl-Frank Westermann in einem Interview mit W&V. Der Klangexperte sieht das Getrötete sogar als besonders schlimme Form der Markenakustik. „Der Treiber für den Sound der Marke Fußball-WM Südafrika ist nicht die Identität des Landes, sondern einzig die ohrenbetäubende profitable Vermarktungsidee. Dennoch wird uns dieses Sound Branding noch lange in den Ohren bleiben“, da könnte er recht haben, der Klangexperte.
Das eintönige Getröte lässt sich auch nicht mit Tradition richtig erklären. Denn auf den ursprünglichen afrikanischen Blechblasinstrumenten werden verschiedene Tonfolgen gespielt, während die neuzeitlichen Plastiktröten sehr eintönig ausgelegt sind. Westermann dazu: „Mit dieser Dauerbedröhnung schaffen sie ein monotones und eben nicht kommunikatives Klima sowohl auf dem Platz als auch daheim an den Bildschirmgeräten. Ohren zu und durch, das wäre eine Lösung, geht aber nicht!“